Das Londoner – ein Pub wie ein zweites Zuhause
Wenn »Bye Bye Miss American Pie« erklingt, denken viele Einheimische und Gäste sofort an das Londoner. Seit 1976 ist das Pub ein Fixpunkt im Kitzbüheler Nachtleben – und längst mehr als nur eine Bar.
Ein Stück London in den Alpen
Gegründet wurde das Londoner von Rik Gunnell, der einst aus London nach Tirol kam – und aus Liebe blieb. In Kitzbühel lernte er seine spätere Frau kennen und brachte ein Stück britische Pubkultur in die Alpen. Seine Idee war einfach: ein Ort, offen für alle. Daraus entstand über Jahrzehnte eine Institution, ein Treffpunkt für Einheimische, Gäste und WintersporterInnen aus aller Welt.
Im Laufe der Jahre ist das Londoner für viele zu einem zweiten Wohnzimmer geworden – ein Platz, an dem gefeiert, Freundschaften geschlossen und Geschichten weitergegeben werden, Nacht für Nacht.
Vom Cockpit hinter die Bar
Im März 2020 begann ein neues Kapitel dieser Geschichte: David Jamieson übernahm das Londoner und führt die Bar seither mit viel Respekt vor ihrer Vergangenheit weiter. Sein eigener Weg nach Kitzbühel war alles andere als geplant. Der ehemalige Airline-Pilot kam nach der Finanzkrise nach Tirol, eigentlich nur für eine Saison.
»Ich wollte arbeiten und dann wieder zurück ins Cockpit. Doch schließlich fand ich meinen Platz genau hier. Ich bin da irgendwie hineingerutscht.« — DAVID JAMIESON, INHABER DES LONDONER
Als 2020 eine neue Pilotenstelle durch Covid wegfiel, übernahm er die Bar. Heute steht das Londoner weiterhin für das, was es seit jeher ausmacht: Offenheit. »Hier ist jeder willkommen. Es spielt keine Rolle, ob jemand ein Bier oder Champagner bestellt – alle stehen nebeneinander an der Bar.«
Zwischen Ski-Weltcup und Stammtisch
Eng verbunden ist das Londoner auch mit der Ski-Szene. David unterstützt unter anderem den schwedischen Weltcup-Abfahrer Felix Monsen. »Daraus ist eine echte Freundschaft geworden.«

American Pie, Short and Curlies und Sitzbanktänzer
Zum Charakter des Londoner gehört auch seine Musik. Songs wie American Pie oder Sweet Caroline sind längst Teil seiner DNA – Momente, in denen alle mitsingen, sich Fremde zulächeln und Generationen gemeinsam feiern. Seit rund 30 Jahren prägen die englischen Musiker Short and Curlies den Après-Ski im Londoner. Wenn sie spielen, wird getanzt, gesungen – und so manche Sitzbank kurzerhand zur Bühne umfunktioniert.
Das Londoner wird bleiben
Die Stimmung ist legendär und für viele Gäste fester Bestandteil eines Wintertages in Kitzbühel. David sieht seine Aufgabe vor allem darin, dieses Gefühl zu bewahren. Holz, Wandteppiche und vertraute Ecken bleiben, während im Hintergrund behutsam weiterentwickelt wird.
»Das Londoner darf sich verändern – aber es darf nicht anders werden.« — DAVID JAMIESON
Nach mehr als 15 Jahren in Tirol ist Kitzbühel für ihn längst Heimat geworden. »Wenn ich nach Wales fahre, sagen alle: Schön, dass du wieder nach Hause kommst. Und ich sage: Mein Zuhause ist Österreich.«
Und wie geht es weiter? David lächelt. »Langfristig. Sehr langfristig.« Das Londoner wird bleiben – als Treffpunkt, als Bühne, als Stück Kitzbühel. Und als Ort, an dem jede Nacht neue Erinnerungen entstehen, während die alten nie verloren gehen.
